Kleiner Plattensee Wasserschutzsystem

Herunterladen der Brochüre

Die Vergangenheit

Ein bedeutender Teil des Kis-Balatons war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine Bucht des Balatons, die auch mit Dampfschiff durchpflügt wurde. Der Fluß Zala hat sich unter Balatonhídvég in den mit Rieden und freien Wasserflächen untermischten Sumpf verloren.

Vor dem Bau dr Sio-Schleuse (1863) bestimmten die jeweiligen meteorologischen Verhältnisse den Seewasserstand. Die Wasserstandsschwankungen erreichten 3-4 m, dh. Daß das "Ungarische Meer" auch Hochwässer hatte. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Wasserniveau des Balatons in mehreren Schritten gesenkt, so sind die höher liegenden Flächen des Kis- Balatons und das anschließende Zala-Tall allmählich trockengelegt worden.

In folge der Regulierungsarbeiten ist die Wasserschutzfunktion des Kis- Balatons und der umliegenden Moore erloschen. Dazu hat noch die Verbreitunk der "zivilisierten" Welt - intensive landwirtschaftliche Chemisierunk, die ensteigende Urbanisation, die rasche Ausdehnung und Entwicklung des Balaton - Feriengebietes beigetragen, dies alles hat bedeutende Verschlechterung der Wasserqualität der in den Balaton fließenden Gewässer verursacht.

Die ungünstige Änderungen in der Wasserqualität (Algen, Sohlenaufladung, Eutrophisation) waren in der Keszthelyer - Bucht am auffälligsten.

Die Ziele

Es war Offensichtlich, daß dringende Eingriffe für den Schutz der Wasserqualität des Balatons in diesem Raum erforderlich sind, da die Keszthelyer - Bucht, die ca. 5% der Wassermenge des Balatons beträgt, fest die Hälfte der vollständigen Nährstoffbelastunk (hauptsächlich Posphor) erhalten hat. Unter Berücksichtigunk dieser Tatsache erstelle die Direktion für Wasserwesen von West-Transdanubien des Konzeptionsprojekt des Wasserschutzsystems Kis-Balaton. Der Leiftaden dieses Projektes war die Überflutung der ehemaligen Bucht, bzw. des ehemaligen Moorge-beites am Unterlauf der Zala. In dem so neu entstehendem Sumpfgebiet sollen die von der Zala transportieren Nährstoffe zurückgehalten und aufgearbeitet werden. Durch das teilweise schon funktionierende, weltweit einzigartige Wasserschutzsystem werden die sich bi jetz im Balaton - besonders in der Keszthelyer Bucht - abspielende Eutrophierungsvorgänge vor den See, in das Wasserschutzsystem verlegt.

Durch diese Lösung werden den natürlichen verhältnissen vor cca. 200 Jahren ähnelnde Gegebenheiten geschaffen.

Die Lösung

Der Ausbau des Wasserschutzsystems Kis-Balaton erfolgt in zwei Phasen.

Die Maßnahmen zur Errichtung des I. Speichersees - des Hídvéger Sees - wurden zwischen 1981 und 1985 umgesetzt. Nach Durchlaufen bestimmter Reinigungsmechanismen durchfließt das Wasser des Zala-Flusses den Hídvéger See innerhalb von ca. 30 Tagen.

Mit den Bauarbeiten des II. Speichersees - des Fenéker Sees - wurde 1984 begonnen. Auf einer Fläche von 51 km2 bietet er den besonderen Arten und den spezifischen Pflanzengesellschaften günstige Lebensbedingungen.

Der Fenéker See dient der weiteren Reduktion der in den Plattensee gelangenden Schadstoffe und pflanzlichen Nährstoffe. Gemäß den kontinuierlichen Wassergüteuntersuchungen hält das halbfertige System 77% der Schwebstoffe, 39% des gesamten Phosphors und 34% des gesamten Stickstoffs zurück.

Die Maßnahmen zur Fertigstellung des Wasserschutzsystems Kis-Balaton sind auch derzeit noch im Gange.

Die Experten möchten unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Ziele des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft solch eine Lösung umsetzen, die die weitere Verbesserung der Wassergüte, den Fortbestand und die Ausdehnung der entstandenen Habitate gewährleistet.

Der Besuch

Der unter dem Schutz des Ramsarer Abkommens stehende Kis-Balaton ist auch ein europaweit bekannter feuchter Lebensraum. Die wasserbedeckten, unter strengem Naturschutz stehenden inneren Gebiete können nur mit organisierten Gruppenreisen, entlang bestimmter Routen, mit dem Bus besucht werden. Im Kis- Balaton-Haus bei Zalavár erhält man Informationen zur Geschichte und Zukunft des Kis-Balatons und seiner Umgebung, zur Funktion des Wasserschutzsystems und dessen Rückhalteeffizienz 1984 - 2006 77% 34% 39% Schwebstoffe Gesamt-Stickstoff Gesamt-Phosphor Bedeutung hinsichtlich der Wassergüte des Plattensees, sowie zur einzigartigen Flora und Fauna des unter strengem Naturschutz stehenden Gebietes. Vom Kis- Balaton-Haus aus ist ein Teil des Hídvéger- Sees bis zur Verkehrsstraße Zalavár - Balatonmagyaród auch mit dem Rad zu erkunden; so kommen die Besucher unmittelbar in den Genuss der Schönheit und Ruhe der Natur. Das Ausflugszentrum bei der Kányavárer Insel ist frei zugänglich.

Einige Sehenswürdigkeiten in der Umgebung des Kis-Balatons: Kis-Balaton-Haus, St. Stefan-Kapelle, Cyrill-Method-Gedenkstätte, Büffelreservat bei Kápolnáspuszta, Landschaftshaus bei Vörs, Heilbad Zalakaros, Hévízer See

Die Fauna

Die außerordentlich reiche Fauna wird von Libellen, 32 Fischarten (davon 6 geschützt), Fröschen, Molchen, Nattern, Eidechsen, Schildkröten vertreten. Geschützte Fischarten sind: Hungfisch, Sehmerle, Schlammpeitzer und Steinbeißer, Flußgrundel, Bogio fluviatilis. Von denen sind die in den sauerstoffarmen Sumpfgewässern lebenden Hundfische und Grundel besonders geschützt. Die mit 232 Arten vertetene Vogelwelt des Naturschutzgebietes ist auch weltweit beachtenswert. 12 Arten, der Silberreiher, Seidenreiher, der Löffler, der Rallenreiher, die Morrente, die Weißbartseeschwalbe, der Großer Brachvogel, der Weißstorch, der Seeadler, die Schleireule, der Steinkauz, der Wachtelkönig und der Bienenfresser brüten am Kis-Balaton.

Die Flora

Auf dem Gebiet des Kis-Balatons konnten bis jetzt 29 geschützte end eine besonders geschützte Pflanzen bestimmt werden. Die bedeutendsten bzw. bekanntesten Pflanzen sind der Viburum opulus (besonders geschützt), das Wollgras, die Moorbrennessel, der Torffarn, der Rohrhahnenfuß, die Märzblume mit und ohne Stengel, die Frühlings-Knotenblume, geschekte Schwertlilie und die charakteristische Pflanze der Kanäle, die weiße Seerose.

István Nádor
Leiter der West-Transdanubische Direktion für Umweltschutz und Wasserwesen

Ich bitte auch Sie, die Wasserqualität des Kis-Balatons und die außerordentlichen Naturwerte dieser wunderschönen Landschaft zu schützen!


Das Projekt zur touristischen Entwicklung des Kis-Balatons wird von der Europäischen Union kofinanziert.
Begünstigte: West-Transdanubische Direktion für Umweltschutz und Wasserwesen.
www.nyuduvizig.hu • www.kisbalaton.hu
Info line: 06 40 638 638
nfu@meh.hu www.nfu.hu


© 2003 - Nyugat-Dunántúli Környezetvédelmi és Vízügyi Igazgatóság
Információ